
KREATIN - Positive Wirkungen auf den |
Kreatin hilft für Wachstum und Mineralisierung von Knochen und KnorpelNeueste Befunde mit Zellkulturen von
Knochenzellen (Osteoblasten) und embryonalen Knochen von
Ratten zeigen, dass Kreatin auch auf Knochen und Knorpel
eine positive Wirkung ausübt: Knochenzellen und ganze
Knochen wachsen und
mineralisieren deutlich besser. Das heisst, dass Kreatin
bei der Heilung von Knochenbrüchen, beim Einwachsen von
Knochenprothesen (künstliche Hüftgelenke) eine positive
Wirkung haben und zudem den Verlauf von Osteoporose im
Alter mildern könnte. Diese Befunde
scheinen in Anbetracht der
Tatsache, dass die Mineralisierung und Bildung von Knorpel
und Knochen stark energieverbrauchende Prozesse sind, durchaus verständlich,
weil das
Kreatinkinase-System auch in diesen Zellen vorkommt und
somit deren zelluläre Energetik verbessern kann. Wird das Kreatinkinase-System in
Knorpel und
Knochenzellen von Versuchstieren durch Fütterung mit
Kreatinanaloga (z.B.Guanidino-Propionsäure) gehemmt, stellt
man eine deutliche Missbildung der Knochen, besonders in
der Wachstumszone fest was die
physiologische Bedeutung von Kreatin für das normale Wachstum von Knorpel und Knochen
unterstreicht. Die
genaue Wirkung von Kreatin in diesen Bereichen am Menschen
muss aber ebenfalls
noch in klinischen Versuchen objektiviert werden.
Diejenigen Personen, die
Kreatin für Muskeln und Nervenstärke zu sich nehmen, werden
jedoch eine
zusätzlich positive Wirkung des Kreatins auf ihre Knochen
sicher gerne in Kauf
nehmen. |
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Schutzwirkung von Kreatin auf Gehirn und Nervenzellen, besonders bei neuro-degenerativen Krankheiten, positive Effekte von Kreatin in Zellkulturen, Tiermodellen und Patienten!Das Enzym, Kreatinkinase (CK), sowie
dessen Substrate, Kreatin (Cr) und Phospho-Kreatin (PCr), sind
auch in Hirn- und Nervenzellen in relativ hohen
Konzentrationen zu finden und besonders in denjenigen Zellen,
die für die Koordination von Bewegungen (Purkinje-Zellen im
Kleinhirn), sowie auch für Lernen und Gedächtnis (Pyramialzellen
des Hippocampus) verantwortlich sind, angereichert. Dies lässt darauf schliessen, dass Kreatin für die
Energetik dieser Hirnfunktionen eine wichtige Rolle spielt
und dass Kreatin-Supplementation auch diese Leistungen des
Gehirns verbessern kann. Ein Kind, das infolge eines
genetischen Defektes im Kreatin-Synthese-Weg (Guanidinoazetat-Amino-Transferase)
kein detektierbares Phospho-Kreatin in seinem Gehirn aufwies,
wurde mit schweren neurologischen Störungen ins Spital
eingeliefert. Nach der Eruierung des dazumal noch unbekannten
Defektes, was längere Zeit dauerte, konnten die Symptome
durch regelmässige Kreatin-Supplementation wesentlich
verbessert werden, was die
unabdingbare Wichtigkeit dieser Substanz für die
Hirnfunktionen direkt am Menschen belegt. Neueste Befunde
zeigen eine positive Wirkung von Kreatin auf Gehirn und
Hirnleistung und deuten darauf hin, dass gewisse
neuro-degenerative
Veränderungen, wie Alzheimer'sche und Huntington'sche
Krankheit und auch Multiple Sklerose oder Parkinsonsche
Krankheit mit Kreatin gelindert werden können.
In einer Arbeit, die im März 1999 in
"Nature
Medicine" publiziert worden ist und die in der amerikanischen
Presse für grosses Aufsehen gesorgt hat, konnte gezeigt
werden, dass Kreatin im transgenen Tiermodell (SOD-Mutante)
markant positive neuroprotektive Wirkung bei Amyotrophischer
Lateral Sklerose (ALS) bewirkt. Eine
ähnlich frappante neuroprotektive Wirkung von Kreatin konnte
von derselben Arbeitsgruppe in Boston auch an einem
Tiermodell für die Parkinson'sche Krankheit demonstriert
werden. Diese Resultate bestätigen nun
definitiv, dass Kreatin eine deutliche Schutzfunktion für
Hirn-und Nervenzellen hat, besonders vor Schäden, die
entweder auf Grund von Sauerstoffmangel, oder von
Sauerstoffradikalen im Gehirn zustande kommen. Als
mögliche Mechanismen kommen die generelle Verbesserung des
Energiestatus der mit Kreatin behandelten Zellen und/oder die Schutzwirkung von Kreatin
direkt auf die Mitochondrien in Frage. Es konnte nämlich
kürzlich gezeigt werden, dass Kreatin in verschiedenen Zellen
eine deutliche Schutzwirkung vor dem programmierten Zelltod (Apoptose)
haben kann, der u.a. durch mitochondriale Ereignisse ausgelöst wird. Dabei
spielt die oktamere Struktur der mitochondrialen
Kreatinkinase eine ganz wesentliche Rolle. |
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Kreatin: potentielle Möglichkeiten für die Bereiche Fruchtbarkeit, Gynäkologie und NeonatologieDie Expression der beiden in der Gebärmutter und in der Placenta vorhandenen Kreatinkinase Isoformen, BB-CK und mitochondriale CK, wird während der Schwangerschaft genau reguliert und wird vor allem kurze Zeit vor der Geburt, in diesem Organ massiv erhöht. Tatsächlich ist BB-CK in der Gebärmutter das durch Östrogen am stärksten induzierte, prominente Protein. Das deutet wiederum auf eine wichtige Funktion des Kreatinkinase- Systems für die Muskelenergetik beim Geburtsvorgang hin. Es ist durchaus denkbar, dass durch Kreatin-Supplementation im letzten Trimester der Schwangerschaft die Erhaltung und das Wachstum des Fötus (siehe Kapitel unter Muskeln, Gehirn und Knochen), sowie der eigentliche Geburtsvorgang positiv beeinflusst werden könnten. Dies ist aber beim Menschen bisher noch nicht gezeigt worden. Zudem wäre ein möglicher Vorteil einer solchen Kreatin-Supplementation auch in der deutlichen Schutzwirkung für das Gehirn des Neugeborenen zu sehen, da Kreatin das Gehirn von neugeborenen Ratten vor einer Sauerstoffschuld, wie sie beim Geburtsvorgang durchaus vorkommen kann, weitgehend schützt. Klinsche Arbeiten beim Menschen diesbezüglich sind im Gange. Die Tatsache, dass Kreatin sowie auch Phospho-Kreatin in relativ hohen Konzentrationen (ca. 1.5 mM, resp. 0.5 mM) im Kolostrum und der Muttermilch vorkommen, zeigt die Wichtigkeit und auch Unbedenklichkeit dieser körpereigenen Verbindungen für den Aufbau und die Funktion der Organe des Embryos und des Neugeborenen. Was männliche Fruchtbarkeit anbelangt, ist festzuhalten, dass Kreatinkinase in den Spermien verschiedener Tierarten in relativ hohen Konzentrationen vorhanden und die Isoformen des Enzyms an spezifischen Orten im Spermium lokalisiert sind, wo chemische Energie umgesetzt wird. Phospho-Kreatin dient in den Spermien bei verschiedenen Tierarten als wichtige Energiequelle für die Fortbewegung der Spermien und beim Menschen hat man einen Zusammenhang von männlicher Unfruchtbarkeit mit dem Kreatinkinase System festgestellt. Zudem kann bei in vitro Befruchtungen die Spermien-Beweglichkeit und Geschwindigkeit durch Zugabe von extra Phospho-Kreatin als Energiespender erhöht werden. Beim Mann erscheinen hohe Konzentrationen von Kreatin und Phospho-Kreatin, die von der Samenblase sezerniert werden, in der Samenflüssigkeit. Das Kreatinkinase System, und somit auch Kreatin und Phospho-Kreatin, sind für den Energietransport vom Mittelstück des Spermiums, wo die Mitochondrien als Energiezentralen lokalisiert sind, entlang des langen Spermienschwanzes wichtig. Ob allerdings durch orale Kreatin-Supplementation beim Menschen die Spermienproduktion, und Funktion, sowie womöglich auch die Fruchtbarkeit generell, direkt beeinflusst werden können, ist noch nicht abgeklärt worden. |
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Kreatin ist auch für die Immunabwehr wichtigDie Fresszellen (Makrophagen), die für die Eliminierung von Bakterien und Viren im Körper von vitaler Bedeutung sind, enthalten das Kreatinkinase System und brauchen für die Phagozytose (Fressprozess) von solchen Eindringlingen Phospho-Kreatin als Energiequelle. Kreatin und Phospho-Kreatin scheinen bei systemischen Infektionen beim Menschen eine direkte Schutzwirkung als Energiepuffer zu spielen. |
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Kreatin und Kreatin-Analoge können das Wachstum von gewissen Krebszellen im Tiermodell hemmenDesweiteren konnte mit Krebszellen in
Kultur und an Tiermodellen in vivo gezeigt werden, dass
Kreatin und Kreatin-Analoge das Wachstum gewisser |
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Kreatin ist auch für die Haut wichtigNeulich konnten wir zeigen, dass überraschend viel Kreatinkinase, sowohl cytosolische BB-CK wie auch das mitochondriale Mi-CK Isoenzym, in der suprabasalen Schichten der Haut, u.a. auch in verschiedenen Zelltypen der Haarfollikel, exprimiert wird und dass unmittelbar nach einer Hautverletzung die Kreatin Kinase Aktivität in der Wunde ansteigt, was darauf hinweist, dass das Kreatin Kinase und Kreatin auch für die Wundheilung wichtig sind. |
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Fortsetzung folgt in Teil 3! |