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Letzte Änderung: 23.06.2017

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Studien & Artikel > α-Liponsäure - Der...

α-Liponsäure - Der Insulinpusher

α-Liponsäure |
Der Insulinpusher

Alpha-Liponsäure - Der Insulinpusher

α-Liponsäure für Muskelmasse und Kraft

Die vorliegenden Studien belegen, dass die Supplementation von Alpha-Liponsäure den Kraft- und Muskelmassezuwachs steigern kann. Alpha-Liponsäure ist des Weiteren aufgrund ihrer äußerst starken antioxidativen Fähigkeiten ein sehr interessantes Supplement.
Verbesserte Insulinwirkung = verbesserter Muskelaufbau

Verbesserte Insulinwirkung =
verbesserter Muskelaufbau

Wissenschaftler haben die Wichtigkeit von Alpha-Liponsäure (nachfolgend ALA genannt = alpha lipoic acid) bereits in den 50er Jahren festgestellt und kategorisierten den Stoff 1988 als Antioxidans ein [1]. ALA ist eine schwefelhaltige Fettsäure und fungiert als Co-Faktor bei der Energiebereitstellung von Lipomiden. ALA kommt auch als natürlich Verbindung vor, die in Pflanzen, Tieren und dem Menschen synthetisiert werden kann. Diese Eigenschaft erlaubt es ALA sowohl als Co-Faktor für verschiedene wichtige Enzyme als auch als Antioxidans zu fungieren [2].

Zu ALAs primärer Funktion im Körper, gehört es, Enzyme zu aktivieren, die wiederum Energie erzeugende Moleküle, wie Pyruvat, fördern und Folgeprodukte von Aminosäuren abbauen. Grundsätzlich hilft ALA Energie und Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen. Der Körper braucht ALA um Energie zu erzeugen. Dies geschieht durch die Sensibilisierung der Insulinrezeptoren, wodurch weniger Insulin ausgeschüttet wird, dieses aber zugleich eine deutlich gesteigerte Wirkung entfalten kann. ALA spielt eine entscheidende Rolle in den Mitochondrien. Das sind die Energie erzeugenden Kraftwerke in den Zellen. Was ALA als Antioxidans besonders macht, ist seine Vielseitigkeit, es hilft dabei eine ungewöhnliche Bandbreite an freien Radikalen in vielen Körpersystemen zu deaktivieren [3].

ALA verstärkt die Insulinwirkung durch Sensibilisierung der Insulinrezeptoren.
α-Liponsäure kann sogar Vitamin C recyceln

α-Liponsäure kann sogar
Vitamin C recyceln

ALA arbeitet auch eng mit Vitamin C und E und einigen andere Antioxidantien zusammen, indem es diese "recycelt" und sie dadurch viel wirkungsvoller macht [4]. ALA ist ein so starkes Antioxidans, dass es von manchen Forschern als das "universelle Antioxidans" bezeichnet wird. Durch Studien wurde bewiesen, dass ALA in Verbindung mit Vitamin C und E dabei hilft, deren Wirksamkeit beim Bekämpfen von freien Radikalen zu erhöhen [5]. Forschungen haben auch gezeigt, dass ALA bei Tieren mit einem Mangel an Vitamin C, sogar die Funktion von Vitamin C übernehmen kann [6]. ALA selbst kann direkt freie Radikale, sowohl in den Membranen als auch in den Zellen, neutralisieren, weil es sowohl wasserlöslich als auch fettlöslich ist [7]. Dies ist besonders wichtig für Sportler, da intensive körperliche Aktivitäten wie Krafttraining oder extremes Cardio sehr große oxidative Schäden verursachen können, durch die freie Radikale im Körper freigesetzt werden. Deshalb sind Antioxidantien für die Gesunderhaltung der Zellen wichtig und für Sportler unentbehrlich.

Forschungsergebnisse

Um den Zusammenhang zwischen ALA und Insulinsensitivität herauszufinden, wurden nachfolgende Tests durchgeführt. Beim Typ-II-Diabetes entsteht der erhöhte Blutzucker eher aus einer Insulin-Resistenz als aus einem Mangel an Insulin und es wurden eine Reihe von Behandlungen mit ALA durchgeführt, welche zu einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit führten.

Verbesserte Insulinempfindlichkeit bei Typ-2-Diabetes

Verbesserte Insulinempfindlich-
keit bei Typ-2-Diabetes

Die Gaben von 600 mg und 1000 mg Alpha-Liponsäure führten bei Typ-II-Diabetikern zu einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit von 27 % und 51 %, im jeweiligen Vergleich mit einem Placebo [8,9]. Bei einer weiteren Studie an 20 Typ-II-Diabetikern wurde festgestellt, dass die orale Verabreichung von 1200 mg Alpha-Liponsäure über einen Zeitraum von 4 Wochen eine deutliche Verbesserung des Glucosestoffwechsels zur Folge hatte. Bei einer Placebo-kontrollierten Studie an 72 Typ-II-Diabetikern wurde festgestellt, dass orale Alpha-Liponsäure in Dosen von 600 mg/Tag, 1200 mg/Tag oder 1800 mg/Tag über einen Zeitraum von 4 Wochen zu einer Verbesserung der Insulinempfindlichkeit um 25 % führte [10,11].

ALA wurde in vielen Studien an Tieren und an Menschen bezüglich des Einsatzes als vorbeugendes Mittel und/oder zur Behandlung von vielen altersbedingten Krankheiten getestet. Diese Krankheiten umfassen Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, Parkinson und Alzheimer sowie einen Rückgang des Arbeitsvermögens, der Muskelkraft, der Gehirnfunktion und der Immunität. Es wurde für den Einsatz bei HIV-Erkrankung und Multiple Sklerose untersucht. Speziell in Deutschland wird es bereits verschrieben, um langfristige Komplexikationen bei Diabetes, wie zum Beispiel Nervenschäden zu behandeln. Der Gedankengang beruht darauf, dass diese Schäden durch freien Radikalen verursacht werden. Es gibt auch Hinweise darauf, dass es zu einer Verringerung der Insulinresistenz und somit zu einer besseren Kontrolle des Blutzuckerspiegels beitragen kann [12].

Supplementation von ALA

Die effektive Dosierung liegt bei 600 mg pro Tag

Die effektive Dosierung
liegt bei 600 mg pro Tag

Alpha-Liponsäure in Form von Nahrungsergänzungen wird schnell resorbiert, schnell verstoffwechselt und ebenso schnell wieder aus dem Plasma und dem Gewebe beseitigt. Das deutet darauf hin, dass mehrere kleinere Dosen pro Tag sinnvoller sind als eine große Einzeldosis pro Tag. Die Empfehlungen für die Verwendung von Alpha-Liponsäure als Antioxidans reichen von 50 mg/Tag bis 600 mg/Tag.

In einer Studie über die antioxidative Wirkung von Alpha-Liponsäure bei gesunden Menschen, hat eine Gabe von 600 mg/Tag über einen Zeitraum von 4 Monaten dazu geführt, mehrere Biomarker für oxidativen Stress im Vergleich zum Ausgangswert zu senken [13].

Für die Sensibilisierung der Insulinrezeptoren wird die Einnahme von höheren Dosen empfohlen, die im Bereich von 600 mg/Tag bis 1200 mg/Tag liegen.

Alpha-Liponsäure sollte wenn möglich mit einer moderat kohlenhydrathaltigen Mahlzeit eingenommen werden, damit es zu keinen Unterzuckerungserscheinungen kommen kann. An Trainingstagen sollte eine Einnahme zwingend direkt nach dem Training mit der PWN erfolgen, damit Nährstoffe schnell und effektiv in den Muskelzellen eingeschleust werden können.

Nebenwirkungen

Alpha-Liponsäure hat wenige bis gar keine Nebenwirkungen. Sehr hohe Dosen jenseits von 3000 mg pro Tag sind dafür bekannt, Übelkeit und Magenverstimmungen zu verursachen und können zu niedrigen Blutzuckerwerten führen. Positiv festzuhalten ist die Tatsache, dass ALA manchmal zu einer allgemeinen Entspannung, unbeschwerten Gefühlen und zu einem besseren Wohlbefinden führen kann [14].

Zusammenfassung

Die Supplementation von Alpha-Liponsäure kann zu messbaren Zuwächsen an Kraft und Muskulatur führen.
Bei der Einnahme von ALA nach dem Training werden Nährstoffe ? durch die verbesserte Insulinwirkung ? schneller in die Muskelzellen transportiert, wodurch der Muskelaufbau rascher eingeleitet wird. Alpha-Liponsäure spielt eine bedeutende Rolle als eines der wirkungsvollsten Antioxidantien und ist für den menschlichen Körper von besonderem Nutzen.
Aufgrund der Studienergebnisse und der Beweislage ist Alpha-Liponsäure ein äußerst interessantes Supplement und findet in Fachkreisen bereits rege Verwendung ? mit durchweg positiven Rückmeldungen.

Autor:

Dipl.eoc.troph. Peter Scholz (Ernährungsberater, Fitnesstrainer A-Lizenz, Kundenbetreuung & Produktentwicklung FREY Nutrition®)

Quellen / Studien:

[1] Yeaman SJ, Kirby JA, Jones DE: ?Autoreactive responses to pyruvate dehydrogenase compl in the pathogenesis of primary biliary cirrhosis.?, Immunol Rev. 174:238-249 (2000). [2] Packer L.: ?Alpha-Lipoic acid: a metabolic antioxidant which regulates NF-kappa B signal transduction and protects against oxidative injury.? Drug Metab Rev. 30(2):245-275 (1998). [3] Beckman KB, Ames BN.: ?Mitochondrial aging: open questions.? Ann N Y Acad Sci. 854:118-127 (1998). [4] Hagen TM, Liu J, Lykkesfeldt J, et al.: ?Feeding acetyl-L-carnitine and lipoic acid to old rats significantly improves metabolic function while decreasing oxidative stress.? Proc Natl Acad Sci U S A. 99(4):1870-1875 (2002). [5] Zhang WJ, Frei B.: ?Alpha-lipoic acid inhibits TNF-alpha-induced NF-kappaB activation and adhesion molecule expression in human aortic endothelial cells.? Faseb J. 15(13):2423-2432 (2001). [6] Bast A, Haenen GR.: ?Lipoic acid: a multifunctional nutraceutical.? In: Kramer K, Hoppe P, Packer L, eds. Nutraceuticals in Health and Disease Prevention. New York: Marcel Dekker, Inc. 113-128 (2001). [7] Hagen TM, Ingersoll RT, Lykkesfeldt J, et al.: ?(R)-alpha-lipoic acid-supplemented old rats have improved mitochondrial function, decreased oxidative damage, and increased metabolic rate.? Faseb J. 13(2):411-418 (1999). [8] Rett K, Wicklmayr E, Maerker P, Russ D, Nehrdich D, Hermann R.: ?Effect of acute infusion of thioctic acid on oxidative and non-oxidative metabolism in obese subjects with NIDDM.? Diabetologia. 38:A41 (1995). [9] Jacob S, Henriksen EJ, Schiemann AL, et al.: ?Enhancement of glucose disposal in patients with type 2 diabetes by alpha-lipoic acid.? Arzneimittelforschung. 45(8):872-874 (1995). [10] Konrad T, Vicini P, Kusterer K, et al.: ?Alpha-Lipoic acid treatment decreases serum lactate and pyruvate concentrations and improves glucose effectiveness in lean and obese patients with type 2 diabetes.? Diabetes Care. 22(2):280-287 (1999). [11] Jacob S, Rett K, Henriksen EJ, Haring HU.: ?Thioctic acid-effects on insulin sensitivity and glucose-metabolism.? Biofactors. 10(2-3):169-174 (1999). [12] Borcea V, Nourooz-Zadeh J, Wolff SP, et al.: ?Alpha-Lipoic acid decreases oxidative stress even in diabetic patients with poor glycemic control and albuminuria.? Free Radic Biol Med. 26(11-12):1495-1500 (1999). [13] Androne L, Gavan NA, Veresiu IA, Orasan R.: ?In vivo effect of lipoic acid on lipid peroxidation in patients with diabetic neuropathy.? In Vivo. 14(2):327-330 (2000). [14] Altenkirch, H., et al.: ?Effects of lipoic acid in hexacarbon-induced neuropathy.? Neurotoxicol Teratol. 12:19-22 (1990).
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